
Bevor du Farben schiebst, kläre in zwei Minuten Ziel, Zielgruppe, Adjektive und einen messbaren Erfolgsindikator. Schreibe eine Mini-Szene: Wer klickt worauf, in welchem Zustand, mit welchem Gefühl? Dieses Mikro-Briefing verhindert Ausufern, macht Absichten sichtbar und schützt dich vor rein dekorativen Entscheidungen. In einer Reise-App etwa suchten wir „ruhig, verlässlich, energiegeladen“ zugleich und formulierten einen Prüfpfad. Am Ende passte jedes Farbfeld zu einer Handlung statt zu einer Laune.

Stelle drei Minuten ein und erzeuge drei unterschiedliche Paletten, jeweils mit einem klaren Prinzip: analog, komplementär, gesplittet oder monochrom. Wiederhole mit neuen Startwerten oder Zufalls-Seed. Wichtig ist nicht Perfektion, sondern Vielfalt mit Intention. Halte Gründe fest: Warum genau dieser Akzent? Welcher Kontrast trägt die Handlung? Wenn die Zeit abläuft, stoppst du mutig und bewertest. Dieser Rhythmus erzeugt Tempo, Überraschungen und Entscheidungsfreude, ohne Qualität zu opfern.

Lege vor dem Testen Akzeptanzkriterien fest: minimale Kontraste nach WCAG, klare Zustände für Hover, Focus, Disabled, ein semantischer Bezug zu Markenwerten und die unmittelbare Exportierbarkeit als Design-Tokens. Nutze konkrete Zahlen statt vager Eindrücke. So kannst du schnell aussortieren, was zwar hübsch wirkt, aber Aufgaben nicht erfüllt. Kriterien schaffen Mut zum Verwerfen, weil Scheitern messbar und produktiv wird. Am Ende überlebt die Palette, die Verhalten stützt, nicht die, die zufällig gefällt.
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